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14.01.02
bis
15.01.02
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So. - Nun beginnt
die letzte Runde im Kampf gegen den Krebs. Es ist 8 Uhr und wir sitzen noch
am Frühstückstisch. Trotz meiner Freude das es nun zum letzten Mal ins
Krankenhaus geht, habe ich ein mulmiges Gefühl. Irgendetwas ist in mir, was
mich ein wenig zittern lässt. Um 9 Uhr heißt es dann, ab zum
Krankenhaus. kaum dort angekommen, bestätigte sich mein ungutes Gefühl.
Meine Station, auf der ich bisher lag, war kein Bett mehr frei. Was nun,
sprach Zeus zu Winnetou. Das ist ein alter Spruch, nachdem jetzt alle
handeln müssen. Die Krankenschwestern haben mich dann zunächst auf eine
andere Station verlegt. Ich aber wollte unbedingt auf meine alte Station,
denn die Ärzte und das gesamte Pflegepersonal kennt mich und meine
Geschichte. Und das wichtigste, ich kenne sie alle. Und in einer vertrauten
Umgebung lässt sich wirklich vieles leichter ertragen. Auch das Personal
meiner alten Station wollte mich wieder haben. So entwickelte sich ein Kampf
der Stationen. Bestechungsversuche meines früheren Pflegepersonals mit
Schokolade und ähnlichem, brachten den gewünschten Erfolg. ich brauch auf
der anderen Station nur eine Nacht verbringen und kann am folgenden Tag
wieder zurück. Damit war ich natürlich einverstanden. Ich bekam mein Bett
zugewiesen und dann begann eine lange Zeit des Wartens. Das Personal war
einfach überfordert und hatte auf der Station zu viel zu tun. Ärzte
mussten zu Notoperationen und somit dauerte eine Zeit, bis endlich der
Zugang für meine Chemo gelegt werden konnte. Ich hatte somit, wie man so
schön sagt, voll den Griff ins Klo gemacht. Denn erst ab 20 Uhr begann bei
mir die Flüssigkeit zu laufen. Das bedeutete, irgendwann, mitten in der
Nacht ist alles fertig. Nur wie soll man dabei schlafen? Eine Frage, die
sich auch das Personal stellte. Schließlich gab man mir 1 Liter Flaschen,
anstelle halber Liter Flaschen. So konnte ich wenigstens ein bisschen
schlafen. Morgens gegen 3 Uhr kam dann eine Nachtschwester und erlöste mich
vom Tropf. Ich hatte zwar noch ein wenig geschlafen, war aber richtig
gerädert. Um halb 7 tauchte bereits die erste Krankenschwester auf.
Blutdruckmessen, Fieber messen und wiegen. Beim Wiegen wurde mir immer ein
wenig anders, denn ich hatte während der gesamten Behandlungszeit doch
reichlich zugelegt. Völlig untypisch für einen Krebspatienten, aber
das war so. Ich konnte immer essen und hatte nie Ekel Gefühle. Also immer
normal gegessen wie vorher auch. Dadurch aber, das ich mich wenig bewegte
und auch viel Flüssigkeit zu mir nehmen musste, machte sich das gewichtsmäßig
bemerkbar. 8 Kilo hatte ich seit der ersten Chemo zugelegt. mehr durfte das
aber nicht werden, denn sonst hätte alles neu berechnet werden müssen, und
das hieße, noch mehr Giftzeug in meinen Körper rein. Also begann ich in
dieser Zeit meine Ernährung ein wenig zu drosseln. So konnte ich einigermaßen
mein Gewicht halten. Worauf man alles achten muss, ist schon merkwürdig.
Aber ich hatte allen Grund zum Jubeln. Mein gewicht hat sich nicht mehr großartig
gesteigert und ich durfte endlich wieder auf meine alte Station. Das
Frühstück habe ich aber noch in meinem jetzigen Zimmer zu mir genommen. Na
ja, was man halt Frühstück nennt. Irgendwie schmeckt doch alles gleich im
Krankenhaus. Zumindest jetzt, denn durch die Chemo schmeckt momentan alles
irgendwie blechern. Ich habe immer das Gefühl ich hätte zu jeder Mahlzeit
Metall bekommen. Aber ich habe mich damit getröstet, das das auch bald
vorbei sein wird. Also würgte ich mein frühstück herunter, und wartete
darauf, das auf meiner alten Station ein bett frei wurde. Und nach meinem
gestrigen Griff ins Klo folgte heute ein besonders toller Tag. Ich kam auf
mein altes Zimmer und ich hatte dort drei Bettnachbarn, die alle Doppelkopf spielen
konnten. Juchhu, endlich mal ne Abwechslung in meinem kleinen bescheiden
leben, das bald wieder besser wird. An diesem tag haben wir uns alle erst
einmal vorgestellt und merkten, das dies bestimmt eine lustige Woche werden
wird. Mit vielen Spielabenden.
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15.01.02
bis
19.01.02
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Kaum, nachdem wir geweckt wurden, das Frühstück hinter
uns hatten, wurde der Tisch frei geräumt und wir begannen zu spielen. Denn
am Morgen rechnete von uns keiner mit Besuch. Nur eine Stunde danach wurde
wir aber jäh gestört. meine Frau erschien und irgendwie freute ich mich
aber andererseits hatte ich das Gefühl, das sie störte. Zum ersten Mal,
seitdem ich mit der Behandlung angefangen hatte, hatte ich Bettnachbarn, mit
denen man was machen konnte. Und dann kommt meine Frau und stört uns.
Ich hatte ihr das auch gesagt und sie hatte meinen Spaß auch richtig
verstanden. Wir haben viel gelacht und am Ende des Tages zählte ich dann,
wie oft ich noch an den Tropf müsste. Noch vier Mal und eine ambulante
Spritze, dann war es geschafft. Meine Frau und machten Pläne, was dann wohl
als nächstes kommt. Durch einen Zimmergenossen habe ich dann von einer
Anschlussheilbehandlung erfahren, die innerhalb von 14 tagen, nachdem man
aus dem Krankenhaus entlassen wurde, antreten müsse. Sofort habe ich meinen
behandelnden Arzt darauf angesprochen, der alles in die Wege leitete. das
einzig dumme daran, ich müsste direkt auf den Geburtstag meiner Frau losfahren.
Meine Frau und ich haben aber das alte bestes Geburtstagsgeschenk für sie genommen.
Denn wenn ich fahren würde, hätte ich alles überstanden. Dürfte ich aber
nicht fahren, würde das bedeuten, das meine Behandlung nur zum teil
angeschlagen hätte und fortgesetzt werden müsste. Also, dann lieber
fahren. Am selben Nachmittag kam noch eine Angestellte aus der Verwaltung,
die mit mir alles durchsprechen wollte. Es wurden ein paar Klinken
ausgesucht, die speziell für Urologische Patienten sind. Ich unterschrieb
den Antrag und damit ging alles seinen Weg. Für mich war diese Unterschrift
wieder ein weiterer Punkt zur Heilung. Das ich aber noch einmal so einen
richtigen Schock verpasst bekommen werde, das ahnte ich zu diesem Zeitpunkt
noch nicht. In dieser Woche hatte ich viel Besuch. Ich hatte mich gewundert,
wer da auf einmal alles bei mir auftauchte. Teilweise sind Freunde 100
Kilometer gefahren um mich zu besuchen. Ich habe das so richtig
genossen. Wir sind zum Teil viel spazieren gewesen. Mit dabei immer mein
fahrbarer Tropfständer. Irgendwie hatte ich mich diesem Ding angefreundet.
Es war mein ständiger Begleiter. So verging diese Woche wie im Pflug
und am Samstag morgen kam meine Frau und holte mich ab. Ich hoffte, das es
der letzte Krankenhaus für mich gewesen sein wird.
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