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19.01.02
bis
21.01.02
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Jaaaaaa, das wäre geschafft. Hoffentlich
war es mein letzter Krankenhausaufenthalt. Das Wochenende wird schön, das
wusste ich. Nichts konnte mich von meiner guten Laune abbringen. Denn das,
was hinter mir lag, das habe ich bereits geschafft und einen weiteren
Behandlungszyklus möchte ich nicht mehr mitmachen. Das schlaucht ganz
schön. Auch wenn ich es nicht wahr haben wollte. Nach außen spielte ich
immer den coolen und harten Macker, aber innen drin sah es doch ganz anders
aus. Endlich konnte ich aber ablassen von meinem Spiel. Und so war es dann
auch nicht verwunderlich, dass ich plötzlich ganz schön abgeschlafft war.
Nur das störte keinen hier, und alle anderen dachten auch, dass das normal
wäre. keiner hatte einen Ahnung davon wie es wirklich in mir aus sah. Zwei
Tage noch, und dann gibt es die letzte Spritze, da war ich mir absolut
sicher. An diesem Wochenende haben wir unsere ersten Pläne gemacht. Was ist
wenn alles vorbei ist? Wie sieht unsere gemeinsame Zukunft aus? Wie werden
wir weiter leben, und was wird mit meiner Glatze? Eigentlich blöd, aber wir
haben uns über alles Gedanken gemacht. So haben wir die Zeit gut
überbrückt. Am Montag sind wir dann zum Krankenhaus gefahren um meine
letzte Spritze abzuholen. Diesmal ertrug ich das Pieksen in meinen Finger
wegen der Blutuntersuchung mit einer Ruhe, die bei der Ärztin für
Erstaunen sorgte. Sie hatte mich gefragt, warum ich denn plötzlich keinen
Schmerz mehr verspüren würde, ich wäre doch sonst so empfindlich gewesen.
Immerhin sahen meine Finger aus, wie ein Sieb mit schwarzen Punkten. Ich
hatte nur gelächelt und gesagt, es ist mein letzter Piekser in den
Fingern. Sie schaute zwar ein wenig ungläubig, weil ja meine
Abschlussuntersuchung noch nicht gewesen sei, aber sie sagte nichts weiter.
Mit diesem Blutergebnis hieß es dann, rauf in die Onkologie. Auch dort
bemerkten die Schwestern und Ärzte, das ich irgendwie anders drauf war. Ich
war befreit, und nach der letzten Spritze wurde ich verabschiedet mit den
Worten:" Auf Wiedersehen". Das hörte ich aber gar nicht gerne und
meine Antwort war nur: "Hoffentlich nicht. Zumindest nicht mehr als
Patient". das hatten alle verstanden und nickten mir zu. Ich bekam noch
meinen Termin für meine Abschlussuntersuchung. Die sollte am 07.02.2002
erfolgen. Solange also hatte ich jetzt Zeit mich ein wenig zu erholen, und
das giftige Zeug zu verarbeiten.
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21.01.02
bis
06.02.02
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Die ersten Tage lag ich viel im Bett oder auf der Couch.
Ich hatte es einfach genossen, morgens nicht mehr um halb sieben von
Krankenschwestern aus dem Bett geschmissen zu werden. Ich konnte endlich mal
länger schlafen und tun und lassen was ich wollte. Tja, wir hatten es sogar
geschafft, mehrfach auszugehen. Ich war zwar immer schnell müde und
geschafft, aber das war egal. Wir alle begannen wir zu leben. Sogar tanzen
waren wir und gearbeitet hatte ich auch zwischendurch. Es war herrlich
wieder zu leben. Trotzdem merkte ich, das gerade die lange Zeit des
Nichtstun auch seine Schattenseiten hatte. Denn gerade als freier Journalist
im Hörfunk, kann man schnell abrutschen, wenn man lange nichts mehr getan
hatte. Noch vor meiner Krankheit hatte ich fast alles erreicht. ich durfte
häufig moderieren, Nachrichten sprechen, viele Berichte einsprechen und und
und. Alles das, worauf ich die letzten Jahre hingearbeitet hatte. Es war
beruflich ein Rückschritt, aber ich weiß, das werde ich wieder aufholen.
Nur es wird länger dauern als vorher. Denn es kommen die jungen Wilden, die
mehr Pfeffer im Hintern haben als ich. Viele habe die Zeit meines Nichtstun
genutzt und haben sich bereits vorgearbeitet. Für mich heißt das, jetzt
die Ärmel hochkrempeln und mehr tun als vorher. Denn ich bin ja nicht mehr
der Jüngste und auch das ist beim Radio ein kleiner Nachteil. Trotzdem habe
ich ein Pluspunkt und das ist meine Reife die ich durch all die Jahre
erreicht hatte. Diese galt es jetzt zu nutzen und für mich als positiven
Ansporn zu nehmen. Tja, so hat alles eben sein Gutes und sein
Schlechtes.
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