HOME
EMAIL
KONTAKT
ÜBER MICH
DAS TAGEBUCH
Vorwort
Danke
Die erste Untersuchung
Die OP mit Diagnose
CT Untersuchung
weitere Untersuchungen
Chemo Teil 1 (im KH)
Chemo Teil 1 (zu Hause)
Chemo Teil 2 (im KH)
Chemo Teil 2 (zu Hause)
Chemo Teil 3 (im KH)
Chemo Teil 3 (zu Hause)
Abschlussuntersuchung
Anschlussheilbehandlung
wieder zu Hause
erster Arbeitseinstieg
Zwangspause
zweiter Arbeitseinstieg
Geschafft
Schlusswort
HODENKREBS
DOWNLOAD
LINKS
IMPRESSUM
GÄSTEBUCH (Krebsforum)


19.01.02

bis

21.01.02

Jaaaaaa, das wäre geschafft. Hoffentlich war es mein letzter Krankenhausaufenthalt. Das Wochenende wird schön, das wusste ich. Nichts konnte mich von meiner guten Laune abbringen. Denn das, was hinter mir lag, das habe ich bereits geschafft und einen weiteren Behandlungszyklus möchte ich nicht mehr mitmachen. Das schlaucht ganz schön. Auch wenn ich es nicht wahr haben wollte. Nach außen spielte ich immer den coolen und harten Macker, aber innen drin sah es doch ganz anders aus. Endlich konnte ich aber ablassen von meinem Spiel. Und so war es dann auch nicht verwunderlich, dass ich plötzlich ganz schön abgeschlafft war. Nur das störte keinen hier, und alle anderen dachten auch, dass das normal wäre. keiner hatte einen Ahnung davon wie es wirklich in mir aus sah. Zwei Tage noch, und dann gibt es die letzte Spritze, da war ich mir absolut sicher. An diesem Wochenende haben wir unsere ersten Pläne gemacht. Was ist wenn alles vorbei ist? Wie sieht unsere gemeinsame Zukunft aus? Wie werden wir weiter leben, und was wird mit meiner Glatze? Eigentlich blöd, aber wir haben uns über alles Gedanken gemacht. So haben wir die Zeit gut überbrückt. Am Montag sind wir dann zum Krankenhaus gefahren um meine letzte Spritze abzuholen. Diesmal ertrug ich das Pieksen in meinen Finger wegen der Blutuntersuchung mit einer Ruhe, die bei der Ärztin für Erstaunen sorgte. Sie hatte mich gefragt, warum ich denn plötzlich keinen Schmerz mehr verspüren würde, ich wäre doch sonst so empfindlich gewesen. Immerhin sahen meine Finger aus, wie ein Sieb mit schwarzen Punkten. Ich hatte nur gelächelt und gesagt, es ist mein letzter Piekser in den Fingern.  Sie schaute zwar ein wenig ungläubig, weil ja meine Abschlussuntersuchung noch nicht gewesen sei, aber sie sagte nichts weiter. Mit diesem Blutergebnis hieß es dann, rauf in die Onkologie. Auch dort bemerkten die Schwestern und Ärzte, das ich irgendwie anders drauf war. Ich war befreit, und nach der letzten Spritze wurde ich verabschiedet mit den Worten:" Auf Wiedersehen". Das hörte ich aber gar nicht gerne und meine Antwort war nur: "Hoffentlich nicht. Zumindest nicht mehr als Patient". das hatten alle verstanden und nickten mir zu. Ich bekam noch meinen Termin für meine Abschlussuntersuchung. Die sollte am 07.02.2002 erfolgen. Solange also hatte ich jetzt Zeit mich ein wenig zu erholen, und das giftige Zeug zu verarbeiten. 

 

21.01.02

bis

06.02.02

Die ersten Tage lag ich viel im Bett oder auf der Couch. Ich hatte es einfach genossen, morgens nicht mehr um halb sieben von Krankenschwestern aus dem Bett geschmissen zu werden. Ich konnte endlich mal länger schlafen und tun und lassen was ich wollte. Tja, wir hatten es sogar geschafft, mehrfach auszugehen. Ich war zwar immer schnell müde und geschafft, aber das war egal. Wir alle begannen wir zu leben. Sogar tanzen waren wir und gearbeitet hatte ich auch zwischendurch. Es war herrlich wieder zu leben. Trotzdem merkte ich, das gerade die lange Zeit des Nichtstun auch seine Schattenseiten hatte. Denn gerade als freier Journalist im Hörfunk, kann man schnell abrutschen, wenn man lange nichts mehr getan hatte. Noch vor meiner Krankheit hatte ich fast alles erreicht. ich durfte häufig moderieren, Nachrichten sprechen, viele Berichte einsprechen und und und. Alles das, worauf ich die letzten Jahre hingearbeitet hatte. Es war beruflich ein Rückschritt, aber ich weiß, das werde ich wieder aufholen. Nur es wird länger dauern als vorher. Denn es kommen die jungen Wilden, die mehr Pfeffer im Hintern haben als ich. Viele habe die Zeit meines Nichtstun genutzt und haben sich bereits vorgearbeitet. Für mich heißt das, jetzt die Ärmel hochkrempeln und mehr tun als vorher. Denn ich bin ja nicht mehr der Jüngste und auch das ist beim Radio ein kleiner Nachteil. Trotzdem habe ich ein Pluspunkt und das ist meine Reife die ich durch all die Jahre erreicht hatte. Diese galt es jetzt zu nutzen und für mich als positiven Ansporn zu nehmen. Tja, so hat alles eben sein Gutes und sein Schlechtes. 

 

 

Top